Zeitgeschichte im Fernsehen
27. Mai, 15.30 - 16.00 Uhr (30 Min.) MDR
Operation Ikarus
Mit einem selbstgebauten Flieger in den Westen
Operation Ikarus
Mit einem selbstgebauten Flieger in den Westen
Dokumentation
Michael Schlosser lebt Anfang der 70er-Jahre in Dresden. Er ist Automechaniker und will sich selbständig machen. Doch jahrelang werden alle Anträge auf ein Gewerbe abgelehnt. Schließlich fängt er beim DDR-Fernsehen an. Während eines Urlaubs hört er bei Radio Luxemburg den Aufruf: "Wer es schafft, aus dem Osten mit einem selbst gebauten Hubschrauber auf dem Dach des Springer Verlages zu landen, der bekommt eine Mio. D-Mark als Startkapital für den Westen!" Gesagt, getan. Nur, dass es eben kein Hubschrauber wird, sondern ein kleines Flugzeug. Er testet den Flieger nur einmal. Nachts auf dem Truppenübungsplatz der Sowjets in Königsbrück. Die anwesenden Soldaten besticht er mit zwei Flaschen Wodka. Der Flieger hebt ab, schwebt kurz in der Luft, das reicht ihm. Zu groß die Gefahr, erwischt zu werden. Der erste Fluchtversuch endet an einer Autobahnbaustelle in Thüringen, weil der Flieger durch eine Unachtsamkeit Schaden nimmt.
Wenige Tage vor dem zweiten Start steht die Stasi am 28. Oktober 1983 plötzlich in Zivil auf dem Gelände des DDR-Fernsehens. Michael Schlosser wird verhaftet. In der Nacht zuvor ist sein Grundstück "konspirativ" durchsucht worden. Das Flugzeug wird konfisziert. Ein halbes Jahr ist er in Untersuchungshaft. Am 30. März 1984 wird er wegen "Vorbereitung des ungesetzlichen Grenzübertritts im schweren Fall" zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Aus dem Bautzener Knast wird Michael Schlosser von der Bundesrepublik freigekauft und im Dezember 1984 vorzeitig in den Westen entlassen.
Nach über 20 Jahren sucht Michael Schlosser "seine IM". Mit einem Erpressungsversuch will er sie zur Preisgabe ihrer Klarnamen zwingen. Doch der Versuch misslingt und endet vor Gericht. Michael Schlosser wird wieder verurteilt.
Film von Regina Hamborg
Michael Schlosser lebt Anfang der 70er-Jahre in Dresden. Er ist Automechaniker und will sich selbständig machen. Doch jahrelang werden alle Anträge auf ein Gewerbe abgelehnt. Schließlich fängt er beim DDR-Fernsehen an. Während eines Urlaubs hört er bei Radio Luxemburg den Aufruf: "Wer es schafft, aus dem Osten mit einem selbst gebauten Hubschrauber auf dem Dach des Springer Verlages zu landen, der bekommt eine Mio. D-Mark als Startkapital für den Westen!" Gesagt, getan. Nur, dass es eben kein Hubschrauber wird, sondern ein kleines Flugzeug. Er testet den Flieger nur einmal. Nachts auf dem Truppenübungsplatz der Sowjets in Königsbrück. Die anwesenden Soldaten besticht er mit zwei Flaschen Wodka. Der Flieger hebt ab, schwebt kurz in der Luft, das reicht ihm. Zu groß die Gefahr, erwischt zu werden. Der erste Fluchtversuch endet an einer Autobahnbaustelle in Thüringen, weil der Flieger durch eine Unachtsamkeit Schaden nimmt.
Wenige Tage vor dem zweiten Start steht die Stasi am 28. Oktober 1983 plötzlich in Zivil auf dem Gelände des DDR-Fernsehens. Michael Schlosser wird verhaftet. In der Nacht zuvor ist sein Grundstück "konspirativ" durchsucht worden. Das Flugzeug wird konfisziert. Ein halbes Jahr ist er in Untersuchungshaft. Am 30. März 1984 wird er wegen "Vorbereitung des ungesetzlichen Grenzübertritts im schweren Fall" zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Aus dem Bautzener Knast wird Michael Schlosser von der Bundesrepublik freigekauft und im Dezember 1984 vorzeitig in den Westen entlassen.
Nach über 20 Jahren sucht Michael Schlosser "seine IM". Mit einem Erpressungsversuch will er sie zur Preisgabe ihrer Klarnamen zwingen. Doch der Versuch misslingt und endet vor Gericht. Michael Schlosser wird wieder verurteilt.
Film von Regina Hamborg
Michael Schlosser im selbstgebauten Flieger – Bild: MDR/Henrik Flemming
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